Cover - Auf den Spuren der Typografie

Konkrete Kunst aus Sicht eines Typografen

Es gibt kaum eine moderne Kunstrichtung, bei der sich unvoreingenommene Besucher einer Ausstellung, aus dem Begriff „Konkrete Kunst“ einen Reim machen können. Dabei ist Konkrete Kunst eine ungegenständliche, nicht figurative, d.h. radikal gegenstandslose Kunst, die sich ausschließlich über geometrische Formen (Dreieck, Viereck, Kreis, Linie, Fläche) und Farben definiert.

  • Konkrete Kunst
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Die Konkrete Kunst befasst sich mit Strukturen und Ordnungssystemen, und sucht mittels Linien, Farben und Flächen nach einem harmonischen Maß, und einer aussagekräftigen Komposition. Die Konkrete Kunst feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Im Jahr 1924 prägte der niederländische Künstler, Architekt und Kunsttheoretiker Theo van Doesberg den Begriff der „Konkreten Kunst“.

Für ihn als Namensgeber war nichts konkreter als eine Linie, eine Fläche, eine Farbe. Pragmatisch festgelegt hat sich Theo van Doesberg erst sechs Jahre später, anläßlich des Manifestes der Künstlergruppe „Art concret“, die sich was ihre Arbeiten betrifft, nicht an der Natur orientierten, sondern auf rein mathematisch, geometrischen Grundformen.

Kunden dieser Druckerei waren international bekannte Grafik-Designer, wie Max Bill und Richard Paul Lohse, die man den Zürcher Konkreten zuordnete, und deren Plakatentwürfe oft mit geometrischen Bildelementen gestaltet waren. Dies waren für mich die ersten Begegnungen mit der Konkreten Kunst, die mich für mein späteres Berufsleben prägten. Über die Typografie wuchs damit mein Interesse an der Konkreten Kunst, was damit zusammenhing, dass die geometrischen Elemente wie Linien, Flächen, Quadrate, Kreise und Farben auch in der typografischen Gestal- tung zum Einsatz kommen.

Ein Zentrum der Konkreten Kunst wurde nach dem 2. Weltkrieg die Schweiz. Dort bildete sich eine Interessengemeinschaft von Konkreten Künstlern. Wichtigste Vertreter der Zürcher Konkreten waren Max Bill, Verena Loewensberg, Richard Paul Lohse und Camille Gräser. Im Zeitabschnitt von 1963 bis 1966 arbeitete ich als Typograf in der Plakatabteilung einer Druckerei in Zürich.

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Der Begriff „konkret“ wird mehr verständlich mit der Gegenposition zu „abstrakt“. Zwei Begriffe aus der bildenden Kunst, die nicht so leicht verständlich sind für den, der außerhalb des Kunstschaffens steht. Camille Gräser, einer der wichtigsten Konkreten Künstler der Zürcher Schule, brachte es auf folgenden Nenner: „Konkret“ heißt Verzicht auf Darstellung einer optischen Gegenstandswelt in der Kunst. Ein Bild, eine Plastik oder Skulptur nennen wir „abstrakt", wenn ihr Motiv mehr oder weniger von dem Begriff abweicht, den wir als natürlich kennen. Der Künstler hat also bewusst einen Eingriff gemacht, er hat den Gegenstand umgeformt, vereinfacht in der Zeichnung und in der Farbgebung.

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